Was sind Wendekreis des Krebses und Wendekreis des Steinbocks? | Alles über die Wendekreise
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Die unsichtbaren Linien der Erde: Alles über den Wendekreis des Krebses und den Wendekreis des Steinbocks
Wenn man auf einen Globus schaut, sieht man allerlei dünne, gezeichnete Linien, die kreuz und quer über den Erdball verlaufen. Neben dem Äquator stechen zwei spezifische Breitengrade hervor: der Wendekreis des Krebses und der Wendekreis des Steinbocks. Zusammen bilden sie die ökologischen und geografischen Grenzen der Tropen. Aber was bedeuten diese Linien genau und woher kommen sie?
Der Wendekreis des Krebses: die nördliche Grenze der Sonne
Der Wendekreis des Krebses (auch nördlicher Wendekreis genannt) ist der imaginäre Kreis, der auf etwa 23 Grad nördlicher Breite um die Erde verläuft. Diese Linie markiert den nördlichsten Punkt auf der Erde, an dem die Sonne mittags genau senkrecht über dem Horizont stehen kann.
Dieses einzigartige Phänomen tritt genau einmal im Jahr auf, nämlich während der nördlichen Sommersonnenwende um den 21. Juni. Wenn man zu diesem Zeitpunkt auf dem Wendekreis des Krebses steht und nach oben schaut, steht die Sonne direkt über dem Kopf und man wirft nahezu keinen Schatten. Geografisch verläuft diese Linie durch faszinierende Landschaften und Länder, von den ausgedehnten Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens bis nach Mexiko, Indien und China.
Der Wendekreis des Steinbocks: das südliche Gegenstück
Wo die Nordseite ihre Grenze hat, hat die südliche Hemisphäre den Wendekreis des Steinbocks (den südlichen Wendekreis). Dieser liegt genau im gleichen Abstand zum Äquator, aber auf etwa 23,5 Grad südlicher Breite.
Auf der südlichen Hemisphäre drehen sich die Rollen um: Dies ist der südlichste Breitengrad, an dem die Sonne senkrecht am Himmel stehen kann. Dies geschieht während der südlichen Sommersonnenwende um den 21. Dezember, dem Zeitpunkt, an dem wir in Europa gerade die dunkelsten und kältesten Tage des Jahres erleben. Die imaginäre Linie durchquert Länder und Kontinente wie Chile, Argentinien, Namibia, Südafrika und Australien.
Woher kommen diese seltsamen Namen?
Die Bezeichnungen beider Wendekreise stammen aus der Astronomie vor über zweitausend Jahren. Als Astronomen in der Antike diese Linien definierten, befand sich die Sonne zum Zeitpunkt der Sonnenwende in den gleichnamigen Sternbildern: Krebs (Cancer) für die nördliche Sonnenwende und Steinbock (Capricornus) für die südliche.
Obwohl sich die Sternbilder durch eine langsame Taumelbewegung der Erdachse (Präzession) inzwischen verschoben haben und die Sonne bei diesen Sonnenwenden dort längst nicht mehr steht, sind die klassischen Namen immer geblieben.
Das Herz der Tropen
Zusammen bilden der Wendekreis des Krebses und der Wendekreis des Steinbocks die Umrisse des tropischen Gürtels, der auch als Kaffeegürtel bezeichnet wird. (Lesen Sie hier mehr über den Kaffeegürtel) Alles, was sich in dem Gebiet zwischen diesen beiden Linien befindet, erhält das ganze Jahr über intensive Sonneneinstrahlung und kennt keine echten meteorologischen Winter. Es sind diese beiden unsichtbaren Kreise, die das Klima, die Natur und die Jahreszeiten auf der Erde grundlegend prägen.